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Interview mit Helge Hellriegel PDF Drucken E-Mail
Hellriegel_web1Share_button6. Februar 2012 – Der Sprecher der Jungen Neurologen ist seit Dezember 2011 Helge Hellriegel aus Kiel. Doch wer ist das eigentlich? Für alle, die wissen wollen, wer hinter diesem Namen steckt, ist hier nun ein Interview mit ihm:

Helge Hellriegel – wer ist das eigentlich?
Ich arbeite seit vier Jahren als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, wo ich aktuell in der Elektrophysiologie tätig bin. Wissenschaftlich beschäftige ich mich mit Bewegungsstörungen, insbesondere mit Tremorerkrankungen. Einen schönen Ausgleich zur Arbeit verschafft mir das Musizieren
in meinem Streichquartett, in dem ich Bratsche spiele.

 Was ist der Sprecher der Jungen Neurologen und welche Aufgaben hat er?
Der Sprecher der Jungen Neurologen hat die Aufgabe, nach außen über die Arbeit der Jungen Neurologen zu informieren. Das heißt, bei ihm laufen alle relevanten Informationen über die aktuellen Projekte und Arbeitsbereiche zusammen. Es ist vor allen Dingen eine kommunikative und vermittelnde Arbeit. Zugleich ist es aber auch eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, da es gilt, alle Arbeitsbereiche harmonisch in Einklang zu bringen. Aber auch für die ganz individuellen Fragen und Probleme von Studenten und Assistenzärzten im Bereich der Ausbildung in der Neurologie sehe ich mich als Ansprechpartner und Vermittler.

Noch mal zum Verständnis: Wer sind die Jungen Neurologen und wie eng ist die Bindung an die DGN?
Die Jungen Neurologen sind eine Arbeitsgruppe innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Neurologen und dem Berufsverband Deutscher Nervenärzte. Von dieser werden wir personell insbesondere durch ihren Geschäftsführer, Herrn Dr. Thiekötter, aber auch finanziell, und hier vor allem im Online-Bereich, unterstützt. Das heißt, die Jungen Neurologen haben eine sehr enge Anbindung an die DGN und die Berufsverbände. Gleichzeitig genießen wir aber weitgehende Entscheidungsfreiheit.  

Wie lange ist man Sprecher der Jungen Neurologen?
Man wird für zwei Jahre von der Kerngruppe der Jungen Neurologen gewählt. Diese Zeit ist optimal, um ausreichend Kontinuität aber auch einen regelmäßigen Wechsel sicherzustellen. 

Gibt es schon Gedanken an eine eventuelle zweite Amtszeit?
Nein. Ich freue mich sehr, Sprecher der Jungen Neurologen sein zu dürfen. Jedoch sollen auch andere die Möglichkeit bekommen, diese Rolle auszufüllen. Aus diesem Grund ist eine Beschränkung auf zwei Jahre sinnvoll. 

Gibt es spezielle Projekte, die Du Dir für die Zeit als Sprecher vorgenommen hast?
Mein Hauptprojekt bei den Jungen Neurologen war und bleibt die Summer School in Kiel, die seit 2010 existiert und die ich als Organisator weiterführen möchte.
Außerdem gibt es eine Reihe von laufenden Projekten, die am Leben erhalten und ausgebaut werden müssen, wie z.B. das Mentorenprogramm für Studenten und junge Assistenzärzte, das Projekt „Dein Tag in der Neurologie“, wo wir Kliniken unterstützen, einen „Schnupper-Tag“ für neurologisch interessierte Studenten zu organisieren, und das Hochschulnetzwerk, bei dem uns studentische Ansprechpartner an den Universitäten tatkräftig zur Seite stehen. Meine Aufgabe liegt darin, hierbei sowohl als Ansprechpartner als auch Unterstützer zu wirken. Was mir sehr wichtig ist: Die Jungen Neurologen sind keine geschlossene Gesellschaft. Wir müssen noch deutlicher machen, dass wir eine offene kommunikative Plattform sind, an die man sich unkompliziert wenden kann und die Anregungen von außen jederzeit und gerne aufnimmt. 

Gibt es auch Ansätze für ganz neue Projekte?
Ja. Wir möchten uns nun zunehmend auch den speziellen Bedürfnissen der Assistenten in der Weiterbildung widmen. Es ist geplant, eine Umfrage zu starten, in der es darum geht, die Bedürfnisse an Weiterbildungsangeboten zu sondieren. Dann werden wir sehen, wie wir ein solches Weiterbildungsangebot umsetzen können. Ein neues Projekt ist außerdem die Integration von neuen Medien in die Neurologie. Wir machen uns beispielsweise aktuell Gedanken über sinnvolle neurologische Apps, die im klinischen Alltag hilfreich sein könnten.  

Und zu guter Letzt: Warum bist Du bei den Jungen Neurologen?
Die Jungen Neurologen sind eine Gruppe von motivierten, kreativen Menschen, mit denen man einfach gern zusammenarbeitet. Unser Hauptziel ist es, Studierende und Berufsanfänger für das Fach Neurologie zu begeistern und  die Ausbildung in der Neurologie zu verbessern. Dabei geht es nicht darum, sich in die Arbeit der einzelnen Kliniken und ihre Verantwortung zur Ausbildung einzumischen. Vielmehr wollen wir durch unsere Projekte inspirieren, selbst tätig zu werden. Dass dies gelingen kann, zeigt die in diesem Jahr erstmals stattfindenden Clinical Summer School in Lüneburg, die vollkommen unabhängig von uns organisiert wird, die wir aber durch Bekanntmachungen auf unserer Website unterstützen.

Vielen Dank für das Interview!

 

Das Interview führte Maria Czunczeleit, junge Neurologin aus Bochum

 

© 2010 Deutsche Gesellschaft für Neurologie/Junge Neurologen