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Medizinische Datenbanken: In wenigen Minuten mehr wissen (als der Chef) PDF Drucken E-Mail

DatenbankenDer Chefarzt hat sich zur Visite angemeldet. Kurz bevor er eintrifft, wird ein Patient mit einer seltenen Verdachtsdiagnose auf Station verlegt. Was tun, um die Wissenslücken zu verbergen? In den Büchern gibt es nichts zu der angenommenen Erkrankung. Also online. Aber wo im Internet findet man rasch zuverlässige Informationen?


Entscheidend für jegliche Recherche ist, sich von Anfang an möglichst klar zu machen, wonach man konkret sucht. Außerdem sollte man wissen, in welchen Datenbanken am schnellsten zuverlässige Informationen zu finden sind und wo man seine Zeit in einem unübersichtlichen Wirrwarr aus verschiedenen Texten nur verschwendet. In der oben skizzierten Situation kurz vor der Chefvisite greift man auf Bewährtes zurück, also auf Pubmed.



Pubmed

Sie ist die wohl populärste Datenbank für medizinische Fachartikel, zu finden unter www.pubmed.org. Hier findet man Kurzversionen aus fast zwanzig Millionen Fachartikeln, sogenannte Abstracts. Ein Link führt von dem Abstract zur Volltextversion des dazu gehörigen Artikels. Diesen einzusehen ist meist kostenpflichtig, doch die meisten Universitäten und größeren Kliniken haben den Zugriff darauf frei geschaltet.

 

Mit Hilfe der Filtereinstellung kann man die Anzeige auf Reviews beschränken. Solche Reviews fassen eine Anzahl von Fachartikeln zusammen, bieten also oft einen guten Überblick.

 

Verknüpfung von Suchbegriffen
Falls ein Suchbegriff bei Pubmed zu viele Ergebnisse liefert, müsst man spezifischere Suchbegriffe verwenden oder die Ergebnismenge einschränken. Dafür bieten sich die „booleschen Suchverknüpfungen“ an. NOT und AND sind die wichtigsten.

Die AND-Verknüpfung liefert die Schnittmenge aus zwei oder mehr Suchbegriffen, das heißt, alle Suchbegriffe müssen im Artikel vorkommen. Die AND-Verknüpfung haben die meisten schon oft unbewusst genutzt, denn sobald gängige Internetsuchmaschinen mehr als einen Suchbegriff erhalten, verknüpfen sie diese automatisch mit AND. Beispiel: „ischemic“ AND „stroke“ bedeutet, beide Suchbegriffe müssen irgendwo in beliebiger Reihenfolge im Abstract oder dem Titel vorkommen. Pubmed gibt jetzt 38.029 Artikel und darunter 5.756 Reviews aus (Stand 30. November 2009). Durch das Hinzufügen eines weiteren Suchbegriffes „ischemic“ AND „stroke“ AND „posterior“ wird die Ergebnismenge auf 87 Reviews eingeschränkt.

NOT gibt die Differenzmenge der Suchbegriffe aus, das heißt, der Suchbegriff nach dem NOT (durch ein Freizeichen getrennt) darf im Text nicht vorkommen. Wenn man sicher weis, nach was man NICHT sucht, bietet sich NOT an. Beispiel: „stroke“ NOT „ischemic“: Dies zeigt alle Artikel, die den Suchbegriff „stroke“ enthalten, aber den Begriff „ischemic“ nicht.

 

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Phrasensuche. Dabei werden Suchbegriffe in Anführungszeichen eingeschlossen. Die Datenbank zeigt jetzt Artikel, welche die Suchbegriffe in genau der angegebenen Reihenfolge enthalten. Als Ergebnis wird eine Teilmenge der AND-Ergebnismenge geliefert. Beispiel: „ischemic stroke“ liefert 11.532 Artikel anstatt der 38.029 Artikel ohne Anführungszeichen (Stand 30. November 2009).

bollean zusammen

Abbildung 1: In A, B und C sind die wichtigsten boolschen Verknüpfungen graphisch dargestellt, die Verknüpfung mehr als zweier Begriffe veranschaulicht D und E.

 

Wichtig ist noch die „Sternchensuche“. Dabei muss man nicht die exakte Schreibweise des Suchbegriffes angeben. Das Sternchen kann durch kein, ein oder beliebig viele Zeichen ersetzt werden.

Beispiel: preg* liefert eine Anzahl von Artikeln welche die Begriffe „pregnant“, „pregnancy“ oder „preglacial“ enthalten.

 

Diese Suchwerkzeuge funktionieren in den meisten Datenbanken und Suchmaschinen.

 

© 2010 Deutsche Gesellschaft für Neurologie/Junge Neurologen