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NachtdienstAdrenalin pur – darauf solltet ihr euch bei eurem ersten Nachtdienst einstellen. Junge Neurologen von der Uni-Klinik Halle haben für euch einige wertvolle Tipps zusammengefasst:


Stellt euch vor!
Ihr seid neu im Haus, keiner kennt euch. Macht euch mit möglichst vielen Kollegen und Kolleginnen bekannt, damit sie das Gesicht zur Person kennen. Und umgekehrt.


Euren „Hintergrund“ kennen
Oft müsst ihr schnelle Entscheidungen treffen und verschiedene Aufgaben parallel im Blick haben. Gerade wenn ihr aufgeregt seid wisst ihr nicht alles auf Anhieb. Damit ihr in solchen Situationen nicht kopflos werdet, solltet ihr euch nicht scheuen, euren „Hintergrund“, sprich Oberarzt oder Facharzt anzurufen. Ihr solltet aus dem FF wissen, wie ihr den Hintergrund erreicht!

Wichtige Telefonnummern wissen
Damit ein Patient sein Notfall-CT erhalten kann, muss der Radiologe zügig informiert werden. Wenn ihr dessen Telefonnummer nicht kennt, solltet ihr zumindest die Telefonnummer vom Pförtner, bzw. der Telefonzentrale wissen. Das gleiche gilt für Nummern vom Internisten, HNO und vom Neurochirurgen.

Den Piepser bedienen
Macht euch mit dem Piepser vertraut. Damit ihr auch bei größten Stress und Müdigkeit keine unnötige Zeit verschwendet.

Spickzettel machen
Im Studium lernt man alles gleichzeitig. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch einen Überblick über die häufigen Krankheiten verschafft. Hier gilt: Häufige Erkrankungen kommen häufig vor (Schlaganfall, epileptische Anfälle, Migräne und andere Kopfschmerzformen), seltene Erkrankungen selten. Hier hilft es für häufige Krankheitsbilder je einen Spickzettel zu machen. Zum Beispiel zum Thema „Schlaganfall“. So könnt ihr im Notfall alle wichtigen Diagnoseschritte abarbeiten.

Prioritäten setzen!
Wenn zwei Notfälle gleichzeitig reinkommen, müsst ihr abwägen. Zum Beispiel: Der Patient, der seit einer Woche über Kopfschmerzen klagt, kann länger warten als einer mit akut eingesetzter Hemiparese!

Abläufe erkunden

Macht euch rechtzeitig mit den Abläufen in einer Notaufnahme vertraut: Ihr solltet wissen, wie man ein CT, ein EKG, EEG usw. anordnet. In manchen Notaufnahmen erhalten alle Patienten automatisch ein Routine-Labor, ihr solltet daher wissen, was dieses Labor beinhaltet.

Genau hinsehen
Euch sollte klar sein: Nicht jeder vorgestellte Patient ist ein neurologischer Fall, Schwindel z.B. wird oft durch eine Störung des Gleichgewichts verursacht. Umgekehrt gibt es neurologische Patienten, die auf den ersten Blick in einen anderen Bereich zu gehören scheinen. Am besten ihr geht unvoreingenommen an jeden Fall heran und untersucht jeden Patienten nach einem festen Schema, welches dann bei Bedarf erweitert wird.

Fremdanamnese erheben
Wenn ein Patient selbst keine ausreichenden Angaben zu seiner Person machen kann,  zum Beispiel nach einen epileptischen Anfall oder mit einer Aphasie, ist eine Fremdanamnese (z.B. Pflegeheim, Zeugen oder Verwandte) unumgänglich.

Essen & Trinken
Nichts ist schlimmer als ein echter Notfall und dazu ein knurrender Magen. Sorgt rechtzeitig für etwas zu Essen und vergesst nicht, während eures Nachtdienstes ausreichend zu trinken.

Zum Nachlesen

Klinische Behandlungspfade gibt’s auf der DGN-Webseite www.dgn.org/inhalte-a-z.html, bei Fragen der Diagnostik und Therapie kannst du die Leitlinien – auch im Volltext – ebenfalls auf www.dgn.org/inhalte-a-z.html einsehen.

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