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Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer in der Fassung vom 28.03.2008


19. Gebiet Neurologie

Überblick
Das Gebiet Neurologie umfasst die Vorbeugung, Erkennung, konservative Behandlung und Rehabilitation der Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems einschließlich der Muskulatur.


Facharzt/Fachärztin für Neurologie (Neurologe/Neurologin)

Weiterbildungsziel
Ziel der Weiterbildung im Gebiet Neurologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Weiterbildungszeit

  • 60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
  • 24 Monate in der stationären neurologischen Patientenversorgung
  • 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie
  • 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten
  • können bis zu 12 Monate im Gebiet Innere Medizin und Allgemeinmedizin und/oder in Neurochirurgie, Neuropathologie, Neuroradiologie und/oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie angerechnet werden
  • können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden


Weiterbildungsinhalt
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder und Defektzustände
  • der neurologisch-psychiatrischen Anamneseerhebung einschließlich biographischer und psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome sowie somatopsychischer Reaktionen
  • der Indikationsstellung und Überwachung neurologischer und physikalischer Behandlungsverfahren
  • der Indikationsstellung und Auswertung neuroradiologischer Verfahren
  • der interdisziplinären diagnostischen und therapeutischen Zusammenarbeit auch mit anderen Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung wie der Krankengymnastik, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie einschließlich ihrer Indikationsstellung und Überwachung entsprechender Maßnahmen
  • der Indikationstellung soziotherapeutischer Maßnahmen
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • neurologisch-geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen einschließlich der Pharmakotherapie im Alter
  • den Grundlagen neurolgisch relevanter Schlaf- und Vigilanzstörungen
  • den Grundlagen der Verhaltensneurologie und der medizinischen Neuropsychologie
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Hirntoddiagnostik
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • der intensivmedizinischen Basisversorgung


Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren

  • Elektroenzephalographie
  • Elektromyographie
  • Elektroneurographie einschließlich der kortikalen Magnetstimulation
  • visuelle, somatosensible, akustisch evozierte Potentiale
  • Funktionsdiagnostik des autonomen Nervensystems
  • Funktionsanalysen bei peripheren und zentralen Bewegungsstörungen und Gleichgewichtsstörungen
  • Funktionsanalysen bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
  • neurootologische Untersuchungen, z. B. experimentelle Nystagmusprovokation, spinovestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
  • verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren
  • sonographische Untersuchungen und Doppler-/Duplex-Untersuchungen extrakranieller hirnversorgender Gefäße und intrakranieller Gefäße
  • neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, z. B. der Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des Handelns, der Kreativität
  • Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial aus dem Liquorsystem
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung
 

© 2010 Deutsche Gesellschaft für Neurologie/Junge Neurologen